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Die motorsportliche Laufbahn
Da mein Vater selbst früher als Copilot
von Holger Bohne erfolgreich in der Rallye Welt- und Europameisterschaft gefahren ist und im MSC Aller-Leine Rethem bei vielen nationalen und internationalen Veranstaltungen in der Organisationsleitung
tätig war, ist auch bei mir sehr früh der Funken zum Motorsport übergesprungen. Trotzdem hat es bis 1994 gedauert, um mich selber ans Lenkrad zu wagen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich durch den
damaligen Jugendwart des Rethemer MSC Aller-Leine Bodo Müller eine sehr aktive Jugendgruppe gebildet.
1994 begann ich mit den ersten Gehversuchen im
Kart-Slalom, kam aber mit dem engen Parcours nicht gut zurecht und war meist viel zu schnell - gleich der erste Start landete nach 100 Metern in der Würstchenbude. Ich merkte
schnell, dass hier meine Zukunft nicht liegen konnte und wechselte nach wenigen Veranstaltungen in den Kart- Rennsport. Hier fuhren im Verein schon Hannes Plesse, Lutz Kawecki und Patric Lachmann in der neu geschaffenen Kadettenklasse sehr erfolgreiche.
1995 begann die ADAC-Kadetten-Klasse richtig Fuss zu fassen und wir meldeten mit einem sehr alten, geliehenen Kadetten-Kart für den Norddeutschen ADAC-Kart-Cup. Als
grösstes Problem erwies sich die fehlende Trainingsmöglichkeit. So musste ich beim ersten Rennen in Rüthen dann meine Premiere im Rennkart feiern. Bei Schneesturm und eisglatter
Bahn wurde das Training dann auch gleich zum Desaster. Ich habe mehr das Kart aus dem Dreck geschoben als gefahren. Zum Rennen ging es aber schon viel besser und ich war mit
dem 14. Platz unter 26 Startern hoch zufrieden. Bereits beim 3. Rennen kam ich schon bei 41 Startern als Achter ins Ziel und erreichte am Ende der Saison im Norddeutschen
ADAC Kart-Cup von 45 gestarteten Teilnehmern den 15. Platz. Damit war ich mit einer der besten Neueinsteiger.
Bild: Siegerehrung beim Winterpokal in Kerpen. Zum ersten Mal auf dem höchsten Treppchen.
1996 ging es mit dem ersten eigenen Kadetten-Kart in die Saison. Mit ständig guten Plazierung gelang mir in
der Norddeutschen ADAC-Kart-Meisterschaft ein 4. Platz und in der Niedersäc hsischen Meisterschaft Platz 3.
Dieses war gleichzeitig die Qualifikation für den ADAC-Bundesendlauf. Dort erreichte ich dann trotz vieler technischer Probleme den 14. Platz. Am Jahresende fand in Celle der Endlauf zum Pirelli-Indoor-Cup
statt. Ich hatte noch nie in der Halle gefahren und kam über eine “Wildcard” in das 3-Stunden-Rennen. Und es machte riesigen Spaß die Indoor-Cracks aus ganz Deutschland zu schocken. Am Ende
war die Siegesprämie und ein neuer Streckenrekord der Lohn für den Abstecher in die Halle. Eine grosse Überraschung war für unser Rethemer
Kart-Team, dass wir am Ende der Saison von den Lesern der ”Walsroder Zeitung” bei der Wahl zum “Sportler des Jahres” auf Platz 3 gewählt wurden.
1997 gab es mit der 340-VT eine neue Kart Klasse. Da ich lie ber bei den 4-Takt Motoren bleiben wollte (einige Experten hatten mir gesagt, das die 4-Takt-Motoren
den Fahrstil fördern), wechselte ich auf ein Kart der Firma MS-Kart und hatte mit dem Tuner Moto- Schütte eine gute Wahl getroffen. Es war 1997 schon abzusehen, dass die Zeit der 2-Takter langsam
ausläuft. Mit der 340-VT-Klasse hatten wir in Norddeutschland schon ein Superteilnehmerfeld und haben mit tollem Motorsport sicher den Grundstein für die Salonfähigkeit der 4-Takter gelegt.
Mit dem neuen Motor kam am Ende des Jahres im Norddeutschen ADAC-Kart-Cup nach 5 Siegen ein guter 3. Platz heraus. Aus dem Starterfeld
der Norddeutschen 340 VT-Klasse sind bis heute viele Fahrer aktiv geblieben und fahren erfolgreich in mehreren Formel- und Tourenwagenklassen.
1998 stieg ich aus Gewichtsgründen von der 340-VT 145kg-Klasse in die schwerere 340-VT 170kg-Klasse
um und hatte mir mit neuem Sponsor McDonald´s viel vorgenommen. Aber der Umstieg sollte sich nicht auszahlen. Mit vielen technischen Problemen kam ich das ganze Jahr nicht richtig in Fahrt. Die Motoren
waren inzwischen durch immer neue Homologationen und Regeländerungen über ihre Leistungsgrenze gegangen. Motorschäden waren bei ehemals robusten Motoren an der
Tagesordnung. Der 3. Platz in der Meisterschaft war dann nach vielen Ausfällen auch alles andere als zufriedenstellend.
1999 wurde vom DMSB mit der 400 VT eine neue 4-Takt- Kartklasse geschaffen und das gab noch einmal
richtig Motivation. Dazu kam, das ich für die Honda- Kart-Schmiede Moto-Schütte einige Tests für den neuen Honda-Evolution-Motor fahren durfte. Nach der Fertigstellung hatte ich
dann mit dem 390 ccm-Evolution endlich einen konkurrenzfähigen Motor der auch hielt. 14 Siege und auch in den anderen Rennen nie schlechtere Plazierungen als Platz drei brachten
den Gewinn der Norddeutschen ADAC Kart-Meisterschaft und Platz 2 der Niedersächsischen Meisterschaft. Um den Winter zu überbrücken, versuchte ich mich noch einmal in der Halle bei der DMSB- Honda-
Indoor-Trophy. Es hatten sich 547 Fahrer in 10 Städten gemeldet. Ich war zum
ersten Vorlauf in Bremen angetreten und musste unter die ersten 10 kommen um mich für das Pre-Finale in Hamburg zu qualifizieren. Trotz starker Konkurrenz durch die
Hallenspezialisten konnte ich die erste Hürde locker nehmen. In Hamburg beim Pre-Finale ging es dann richtig zur Sache. Bis zum letzten Zeitlauf lag ich nur auf
Platz 12, musste aber 7. werden um ins Finale zu kommen. Deshalb nahm ich im letzten Zeitlauf das Messer zwischen die Zähne und erreichte den notwendigen
Platz 7. Damit konnte ich sogar den amtierenden Hallenmeister und späteren Lupo-Cup-Sieger schlagen. Das Finale der 50 besten Hallenfahrer fand auf
Michael Schumachers Bahn in Kerpen statt. Ich war dort einer der wenigen Outdoor-Fahrer unter den Hallenspezialisten und musste mit dem 31. Platz
zufrieden sein. Das Auto für den Sieger ging leider nach Süddeutschland.
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2000 wollte i ch eigentlich meinen Norddeutschen Titel verteidigen. Aber es sollte nicht sein. Mit René
Drescher hatte ich einen Gegner, der kaum zu bezwingen war. Die spannenden Zweikämpfe mit René haben aber riesigen Spass gemacht und für die Niederlage entschädigt. So kam ich in der
400-VT-Klasse leider nur auf den 2. Platz im Norddeutschen ADAC-Kart- Cup. Dafür reichte es aber nach der Vizemeisterschaft von 1999 diesmal zum Sieg in der ADAC- Kartmeisterschaften von Niedersachsen und
Sachsen-Anhalt.
2001 begann für mich mit einer bösen Überraschung. Der DMSB hatte das Mindestgewicht in der Klass e
VT-400 von 170 kg auf 155 kg reduziert. Damit war die Saison gelaufen. Mit 172 kg Kampfgewicht konnte ich mit den Leichtgewichten nicht mehr
mithalten. Im Regen sah es zwar noch ganz gut aus aber bei trockener Bahn waren Siege nicht mehr zu erreichen. Deshalb stieg ich zum Ende der Saison aus dem aktiven Kartsport aus und übernahm die Betreuung
von Bambini-Fahrer Tim-Yannic Sander. Um Alternativen für die eigene Motorsportkarriere zu suchen, probierte ich bei einem Automobil-Slalom
einen Honda Accord Typ-R mit 212 PS aus. Ich wusste, das ich beim ersten Rennen nach nur 4 Monaten Führe rscheinpraxis nicht viel erwarten konnte. Aber er lief nicht schlecht. Vom Trainingslauf zum Zeitlauf konnte ich mich um 7 Sekunden verbessern und belegte unter 100 Teilnehmern (trotz
Pylonenfehler) den 34. Platzt. Mit diesem Ergebnis war ich sehr zufrieden da vor mir fast nur etablierte Slalom-Fahrer waren. Durch das Ergebnis ermutigt, schickte ich meine Bewerbung zur
Teilnahme am ADAC-VW-Lupo-Cup ab. Der erste Sichtungslehrgang in Kempten machte mit den Original-Rennlupos bereits riesigen Spaß und war auch sehr lehrreich. Als einer der glücklichen Bewerber wurde ich
dann zum zweiten Qualifikationslehrgang nach Oschersleben eingeladen. Dieser Lehrgang mit Kris Nissen hat mir
mehr gebracht als eine ganze Kartsaison. Auch ohne Qualifikation hätte sich der Lehrgang gelohnt. So war die Freude aber riesig. 2002 bin ich im ADAC VW-Lupo-Cup dabei!
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2002 war ein hartes aber das bisher schönste Motorsportjahr für mich. Der ADAC-VW-Lupo-Cup hat meine
Erwartungen noch übertroffen. Super Fahrer mit ganz toller Kameradschaft und eine perfekte Organisation von VW und dem ADAC haben die Serie zu einem unvergesslichen Erlebnis für mich gemacht. Ich kann nur allen
interessierten Nachwuchsfahrern raten: Mitmachen !!! Mit meinen Ergebnissen konnte ich bis zum Rennen 6 zufrieden sein. Platz 8 in der Meisterschaft war bis dahin OK. Besonders der 6. Platz auf dem Sachsenring war ein schöner Erfolg. Dann kamen zwei teure Abflüge in die Mauer, die unser Budget stark
schrumpfen liess und mich dadurch aus dem Tritt brachte. Auch wenn hier die Konkurrenz kräftig mitgeholfen hat: es hat im Lupo-Cup nie Ärger untereinander gegeben. Am Ende war
nur noch Platz 13 in der Meisterschaft drin. Neben den eigenen Rennen im Lupo-Cup habe ich auch 2002 wieder Bambini-Kart- Fahrer Tim-Yannic Sander betreut. Auch das
hat riesigen Spass gemacht, zumal Tim riesige Fortschritte gemacht hat. Er konnte im Deutschen ADAC Kart-Cup Region Nord und im Norddeutschen ADAC Kart-Cup jeweils Platz 2 belegen.
2003 konnte ich ein zweites Jahr im ADAC VW-Lupo-Cup fahren. Ich hatte mir in diesem Jahr besonders viel
vorgenommen. Aber in den ersten Rennen lief es alles andere als zufriedenstellend. Erst zur Saisonmitte kam die
Wende und es lief plötzlich besser. Es gab zwar keine Siege aber ich konnte die Spitzenzeiten mitfahren und war in
keinem Rennen weiter als 10 Sekunden hinter dem Sieger zurück. Die verlorenen Punkte waren jedoch nicht mehr
aufzuholen und ein vorderer Platz in der Meisterschaft war nicht mehr möglich. Aber trotz allem hat auch das zweite Jahr riesigen Spaß gemacht. Ich konnte bei Kris Nissen wieder sehr viel lernen und hoffe, es auch in anderen Rennserien einsetzen zu können. Neben den
eigenen Rennen im ADAC VW-Lupo-Cup konnte ich wieder Tim-Yannic Sander im ADAC-Kart-Cup betreuen. Im Winter konnte ich dann nach langer Zeit mal wieder Kart fahren und den MSC Indoor-Cup gewinnen.
Hat riesigen Spaß gemacht, gegen die Kartspezialisten und die Motorsportler aus Rallycross und Rundstrecke zu fahren. In Essen auf der Motorshow wurde dann der neue Polo für den Polo-Cup 2004 vorgestellt.
Bis zu diesem Zeitpunkt sah es noch so aus als könnte ich im ADAC Polo-Cup 2004, der auch wieder im Rahmen der DTM ausgefahren wird, dabei sein.
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